NexBlue -Dokumentation

Gültiger Standort: SDU

Geeignete Modelle: Edge 2, Edge Max und Point (Großbritannien)

Gültige Firmware-Version: 03.09.61 und höher

1. Kommunikationskanal

  • Kanaltyp: TCP/IP
  • Physikalische Schnittstelle: RJ45-Ethernet-Kabelanschluss / WLAN-Verbindung

2. TCP/IP-Kommunikation

2.1 Netzwerkkonfiguration

  • Netzwerkmodus: Dynamische IP-Adressvergabe über DHCP
  • Fallback-Modus: In der App konfigurierte statische IP-Adresse

Im DHCP-Modus fordert das Gerät nach dem Einschalten automatisch eine IP-Adresse vom DHCP-Server an. Sobald eine Adresse erfolgreich bezogen wurde, sendet das Gerät seine Informationen per mDNS im Broadcast-Verfahren. Der Name des Broadcast-Dienstes lautet:

_nexblue_modbus._tcp.local

Dies kann automatisch von EMS-Systemen erkannt werden, die mDNS unterstützen, wie beispielsweise Home Assistant und Tibber.


2.2 Kommunikationsanschluss

  • Modbus-TCP-Port: 502

2.3 Geräte-ID

  • Standardwert: 200
  • Einstellbarer Bereich: 1–247

Bei Modbus TCP ist die Geräte-ID eine logische Kennung, die aus Gründen der RTU-Kompatibilität beibehalten wird. Sie verwendet denselben Konfigurationsparameter wie die im RTU-Modus verwendete Slave-Adresse.


2.4 Registerdefinitionen

2.4.1 Registertypen

RegistrierungstypFunktionFunktionscodeBeschreibung
EingaberegisterEingaberegister lesen0x04Schreibgeschützte Register, die Messwerte oder Statusinformationen wie Spannung, Strom, Leistung, Temperatur, kumulierte Energie usw. zurückgeben.
BestandsregisterLese-Halte-Register0x03Lese-/Schreibregister. Der Master kann die aktuelle Konfiguration, die aktuellen Grenzwerte, den Modusstatus usw. auslesen.
BestandsregisterEinzelnes Halteregister schreiben0x06Der Master gibt einen einzelnen Konfigurationsparameter oder Befehl ein, beispielsweise die Einstellung für den maximalen Strom oder den Start bzw. Stopp des Ladevorgangs.
BestandsregisterMehrere Halteregister schreiben0x10Der Master schreibt mehrere aufeinanderfolgende Register gleichzeitig, was für Sammelaktualisierungen von Konfigurationen oder strukturierten Parametergruppen genutzt wird.

Diese vier sind die grundlegenden Funktionscodes, die von der Norm IEC 61131-3, der Norm EN 61107 und der ISO-Modbus-Spezifikation anerkannt werden und standardmäßig von fast allen Mastern, SPSen und EMS-Systemen unterstützt werden.

2.4.2 Planung der Registeradressen (Adresszuordnung)

GrundsatzBeschreibung
LängeDas Adressfeld in einem Modbus-Frame ist eine 16-Bit-Ganzzahl ohne Vorzeichen.
Schichtweise AufteilungAufteilung nach Funktion: Identifikation → Stationsebene → Pro Anschluss. Die Logik sollte klar und leicht erweiterbar sein.
Einheitlicher AusgangspunktAlle Register verwenden logische Adressen. Die logische Adressierung beginnt in der Regel bei 0. In diesem Dokument werden sowohl das dezimale als auch das hexadezimale Format angegeben.
Ausrichtungsregel32-Bit-Daten müssen an einer geraden Adresse beginnen, um ein Überschreiten von Registergrenzen zu vermeiden.
Reservierter Platz für ErweiterungenJeder Bereich enthält Lücken, damit in zukünftigen Versionen Felder hinzugefügt werden können, ohne die Kompatibilität zu beeinträchtigen.
ZeichenkodierungJedes Register ist 2 Byte groß. Zeichenketten haben eine feste Länge und werden für ungenutzte Bytes nicht mit 0x00 aufgefüllt.
Byte-/WortreihenfolgeDie Byte-Reihenfolge bei Einzelregistern ist Big-Endian. Bei Daten mit mehreren Registern wird die Little-Endian-Wortreihenfolge DCBA verwendet.
ZugriffsmethodenFür die Eingabe wird 0x04 verwendet. Die Halteregister werden mit 0x03 gelesen und mit 0x06 (einmal) oder 0x10 (mehrfach) beschrieben.

2.4.3 Identifikation, Version und Zeit (Eingabe, 0x04)

AdresseNameTypEinheitZugangBeschreibung
0000–0007 / 0x0000–0x0007MarkeSTRING(16)RO2 Byte pro Register, UTF-8/ASCII.
0008–0015 / 0x0008–0x000FModellSTRING(16)ROGerätemodell.
0016–0027 / 0x0010–0x001BSeriennummerSTRING(24)ROSeriennummer des Geräts.
0028–0035 / 0x001C–0x0023Firmware-VersionSTRING(16)ROZum Beispiel: 04.00.19.
0036 / 0x0024Modbus-TabellenversionUINT16ROZuordnung der Versionsnummer, zum Beispiel 0x0100.
0037 / 0x0025Anzahl der AnschlüsseUINT16ROAnzahl der Anschlüsse: 1 oder 2.
0038–0039 / 0x0026–0x0027DatumUINT32JJJJMMTTRO32-Bit-Ausrichtung auf gerade Zahlen. Beispiel: 20251202.
0040–0041 / 0x0028–0x0029ZeitUINT32HHMMSSROBeispiel: 155630 bedeutet 15:56:30.
0042 / 0x002AZeitzoneUINT16MinutenROBeispiel: UTC+2 → +120.
0044Hardware-VersionSTRING(16)ROHardware-Version.
0043–0099ReserviertFür zukünftige Identifikationszwecke, Zertifikate, Fertigungsinformationen usw. reserviert.

2.4.4 Echtzeit-Status und -Messung (Eingang, 0x04)

AdresseNameTypEinheitZugangBeschreibung
0100 / 0x0064Chargepoint-StatusUINT16RO
  • 0: Verfügbar
  • 1: Vorbereitung
  • 2: Aufladen
  • 3: Ausgesetzte EVSE
  • 4: Ausgesetzt (EV)
  • 5: Abschlussarbeiten
  • 6: Reserviert
  • 7: Nicht verfügbar
  • 8: Fehlerhaft
0102–0103 / 0x0066–0x0067Aktuelle L1FLOAT32ARO32-Bit-Ausrichtung auf gerade Werte.
0104–0105 / 0x0068–0x0069Aktuelles L2FLOAT32ARO
0106–0107 / 0x006A–0x006BAktuelles L3FLOAT32ARO
0108–0109 / 0x006C–0x006DSpannung L1-NFLOAT32VRO
0110–0111 / 0x006E–0x006FSpannung L2-NFLOAT32VRO
0112–0113 / 0x0070–0x0071Spannung L3-NFLOAT32VRO
0114–0115 / 0x0072–0x0073Phasenwinkel L1FLOAT32°ROPhasenwinkel bezogen auf L1-N.
0116–0117 / 0x0074–0x0075Phasenwinkel L2FLOAT32°ROPhasenwinkel bezogen auf L1-N.
0118–0119 / 0x0076–0x0077Phasenwinkel L3FLOAT32°ROPhasenwinkel bezogen auf L1-N.
0120–0121 / 0x0078–0x0079Wirkleistung L1FLOAT32WRO
0122–0123 / 0x007A–0x007BActive Power L2FLOAT32WRO
0124–0125 / 0x007C–0x007DWirkleistung L3FLOAT32WRO
0126–0127 / 0x007E–0x007FGesamtwirkleistungFLOAT32WRO
0128–0129 / 0x0080–0x0081SitzungsenergieFLOAT32kWhROAktuelle Sitzung.
0130–0133 / 0x0082–0x0085Lebenslange EnergieUINT64WhROKumulative Energie. 64-Bit, 4 Register.
0134–0135 / 0x0086–0x0087AusweichstromFLOAT32ARODer Fallback-Strom wird über NexBlue oder die Cloud eingestellt.
0136–0137 / 0x0088–0x0089Maximaler LadestromFLOAT32ARODer maximale Ladestrom wird über NexBlue oder die Cloud eingestellt.
0138 / 0x008APhasenladungUINT16RO
  • 0: Adaptiv
  • 1: Einphasenbetrieb erzwingen
  • 2: Dreiphasenbetrieb
0137–0399 / 0x0088–0x018FReserviertFür Spannung, Leistungsfaktor, Frequenz, Phasenleistung usw. vorgesehen.

2.4.5 Steuerung und Sicherheit (Holding, Lesen 0x03 / Schreiben 0x06 oder 0x10)

Hinweise: Wenn die Wechselstromversorgung des Ladegeräts unterbrochen und wiederhergestellt wird, werden automatisch die Standardwerte wiederhergestellt, und die Werte müssen erneut eingegeben werden.
AdresseNameTypEinheitZugangBeschreibung
1000–1001 / 0x03E8–0x03E9StrombegrenzungFLOAT32ARWStrombegrenzung auf Stations-Ebene. Standardwert: 16 A. Einstellbereich: 0–32 A.
1002–1003 / 0x03EA–0x03EBAusweichgrenzeFLOAT32ARWDer Fallback-Strom für die Trennung kann nur auf Werte zwischen 0 und 16 eingestellt werden. Werte unter 6 werden als 0 behandelt.
1004–1005 / 0x03EC–0x03EDFallback-ZeitlimitUINT32sRWSchwellenwert für das Heartbeat-Timeout. Standardwert: 5 Minuten. Mindestwert: 30 Sekunden. Höchstwert: 30 Minuten.
1006 / 0x03EEIF_STARTUINT16RW
  • Start-/Stopp-Steuerung
  • 0: STOP
  • 1: START
1007 / 0x03EFLaufzeit-PhasenmodusUINT16RW

Werte:

  • 0: Adaptiv
  • 1: Einphasenbetrieb erzwingen
  • 2: Dreiphasenbetrieb

Schaltbedingungen:

  • Empfohlenes Mindestintervall zwischen den Phasenwechseln: 10 Minuten
  • Maximal 2 Phasenschalter innerhalb eines Zeitraums von einer Stunde
  • Maximal 6 Phasenschalter während eines einzelnen Ladevorgangs
1008–1999ReserviertFür Erweiterungen reserviert.

2.4.6 Alarme und Fehler (Fehler / Warnung)

AdresseNameTypEinheitZugangBeschreibung
0400 / 0x0190Fehler-BitsatzUINT16RO
  • Bit 0: CP-Spannung abnormal
  • Bit 1: Phasenleitungsableitung
  • Bit 2: Stromabweichung / Überstrom
  • Bit 3: Spannungsfehler / Überspannung oder Unterspannung
  • Bit 4: Temperaturabweichung / zu hoch oder zu niedrig
  • Bit 5: Relais klemmt
  • Bit 6: RCD-Selbsttest fehlgeschlagen
  • Bit 7: Kurzschluss der CP-Diode
  • Bit 8: PEN offen
  • Bit9: PE-Leckage
  • Bit10: PE offen
  • Bit11: PP-Fehler
  • Bit 12–15: reserviert
0401 / 0x0191Warn-BitmusterUINT16RO
  • Bit 0: Fehler am Zählerchip
  • Bit 1: Fehler bei der Kommunikation zwischen den Platinen
  • Bit 2: RFID-HF-Fehler
  • Bit 3: 868 RF-Fehler
  • Bit 4: Fehler im 4G-Modul
  • Bit 5: Abdeckung offen – Fehler
  • Bit 6: reserviert
  • Bit 7: TN-System – Phasenausfall, Störung
  • Bit 8: IT-neutraler Überstrom
  • Bit9: Netzstörung
  • Bit10: MID-Modus
  • Bit 11–15: reserviert
0402 / 0x0192Warte-BitsatzUINT16RO
  • Bit 0: Ausweichlösung, da CT offline ist
  • Bit 1: Ausweichbetrieb, da Hauptgerät offline ist
  • Bit 2: angehalten aufgrund eines Fehlers mit geringem Schweregrad / Ladestrom des Ladeprofils beträgt 0 über OCPP
  • Bit 3: Der Host reduziert den Strom während des Ladevorgangs
  • Bit 4: Erste Anfrage gesendet, aber der Host hat noch nicht geantwortet
  • Bit 5: Schutz vor Lastabwurf aktiv
  • Bit 6: Durch Modbus ausgelöster Fallback
  • Bit 6–15: reserviert

Anhang

Funktionscodes

Ein Funktionscode in Modbus gibt an, welchen Vorgang der Master am Slave ausführen möchte. Jeder Frame enthält einen 1-Byte-Funktionscode.

HexBedeutungZiel
0x01Spulen auslesenBit-Ausgänge
0x02Diskrete Eingänge auslesenBiteingänge
0x03Holding-Register lesen16-Bit
0x04Eingaberegister lesen16-Bit
0x05„Single Coil“ schreibenBit
0x06Einzelnes Halteregister schreiben16-Bit
0x0FMehrere Spulen schreibenBit
0x10Mehrere Halteregister schreiben16-Bit

Übersicht über gängige Modbus-Datentypen

DatentypVerwendete RegisterBitbreiteTyp CBedeutung und VerwendungTypische Beispiele
UINT16116-Bituint16_tVorzeichenlose GanzzahlStatuscodes, Aufzählungslisten, Zähler, Anzahl der Anschlüsse.
INT16116-Bitint16_tVorzeichenbehaftete GanzzahlTemperatur, Offsets, Zeitzone.
UINT32232-Bituint32_tVorzeichenlose lange GanzzahlZeitstempel, Energieerfassung, Sekundenzähler.
INT32232-Bitint32_tVorzeichenbehaftete lange GanzzahlLeistung, Richtungswerte.
FLOAT32232-BitfloatFließkommazahl mit einfacher Genauigkeit, IEEE 754.Strom, Spannung, Leistung, Energie usw.
UINT64464-Bituint64_tSehr große ganze ZahlGesamtenergie, kumulierte Messung.
STRING[n]n/2n × 8 Bitchar[]TextinformationenMarke, Modell, Seriennummer, Versionsnummer.